Agrarökologie: Anstrengungen für den Einsatz neuer landwirtschaftlicher Praktiken
Landwirtschaftliche Modelle nachhaltig zu gestalten, stellt uns vor große Herausforderungen, denn sie haben Auswirkungen auf die Umwelt (Artenvielfalt, Bodengesundheit, Wasserverbrauch) und sind auch anfällig aufgrund des Klimawandels. Aus diesem Grund setzt sich Les Vergers Boiron für den Übergang von landwirtschaftlichen zu agrarökologischen Praktiken ein, die der Natur ihre Selbstregulierungskräfte vollständig zurückgeben.
Regenerative Landwirtschaft, was ist das?
Indem sich die Landwirtschaft auf die natürlichen Funktionen der Ökosysteme (Kohlenwasserstoffspeicherung, Leben in den Böden, Nährstoffreichtum der Böden) stützt und diese stärkt, wird sie weniger abhängig von Einflüssen von außen und resilienter gegenüber klimatischen Veränderungen.
Regenerative Landwirtschaft zielt daher vor allem darauf ab, Biodiversität und Fruchtbarkeit der Böden langfristig wiederherzustellen. Sie unterstützt die Anbauvielfalt, setzt Nützlinge gegen Schädlinge ein und stärkt die natürlichen Prozesse wie den Stickstoff- und Kohlenstoffkreislauf. Bei diesen Modellen kommen auch weit weniger phytosanitäre Produkte zum Einsatz. Es werden weniger Treibhausgase ausgestoßen und weniger natürliche Ressourcen verbraucht.
Artenvielfalt als Schlüssel zur regenerativen Produktion
Das Ziel bei den meisten Projekten lautet, den Einsatz chemischer Produkte zu reduzieren und gleichzeitig die Artenvielfalt in den Böden und Pflanzungen zu fördern. Spontane Pflanzen können daher die Böden bedecken, um das Versickern von Wasser zu begünstigen, und Hülsenfrüchte können ausgesät werden, um den Boden mit Stickstoff anzureichern. Dieser Ansatz erhält die Bodengesundheit und stärkt die Resilienz der Kulturpflanzen gegenüber klimatischen Schwankungen.
Agropartner und Les Vergers Boiron: Partnerschaft für eine nachhaltige Landwirtschaft
Agropartner: Serbische Experten für tiefgefrorene rote Früchte
Seit 1990 produziert Agropartner bis zu 8 000 Tonnen tiefgefrorene rote Früchte (Himbeeren, Brombeeren etc.) jährlich direkt von den lokalen Farmen in Serbien. Aufgrund der erstklassigen Qualität der Produkte, einer strengen Nachverfolgung und der langjährigen Erfahrung eines Familienunternehmens gehört Agropartner heute zu den größten Playern im Bereich tiefgefrorene Früchte in Europa, der auch die höchsten Anforderungen internationaler Kunden erfüllt.
In Serbien erschwert der Klimawandel die Produktion von Himbeeren aufgrund längerer Dürreperioden, extremer Hitze zur Erntezeit und Spätfrost, der die Qualität der Früchte beeinträchtigt.
Das 2024 von Agropartner und Les Vergers Boiron ins Leben gerufene Projekt Regenerative Himbeeren zeugt von dem starken Willen, einen Wandel hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, die den Herausforderungen von heute trotzt, herbeizuführen. Sinn dieser strategischen Partnerschaft ist es, herkömmliche landwirtschaftliche Modelle neu zu denken und chemische Stoffe durch einen agrarökologischen Ansatz zu ersetzen, bei dem Bodengesundheit und resiliente Kulturen im Mittelpunkt stehen.
Ein innovativer Ansatz für eine nachhaltigere Produktion
Agropartner setzt vor allem auf:
- Weniger Bodenbearbeitung, um die natürliche Struktur der Böden zu erhalten und die Wirkung der Mikroorganismen zu fördern.
- Organische Düngemittel (wie Mist und andere mikrobiologische Dünger), um die Böden anzureichern und gleichzeitig den Einsatz von chemischen Produkten zu reduzieren.
- Weniger chemische Pestizide – stattdessen biologische und mechanische Methoden der Schädlingsbekämpfung.
Das Projekt befindet sich noch in der Testphase, führt aber bereits zu vielversprechenden Ergebnissen. Der Einsatz von organischen Düngemitteln und die Reduzierung der Pestizide haben zu einer Verdreifachung der mikrobiellen Aktivität in den regenerativen Böden geführt – ein untrügliches Zeichen für eine Steigerung der Artenvielfalt im Vergleich zu herkömmlichen Praktiken.
Mit Blick in die Zukunft plant Agropartner, das Projekt schrittweise auszuweiten. Dank der zunehmenden Einbindung lokaler Erzeuger und der anhaltenden Unterstützung durch Les Vergers Boiron lautet das Ziel, ein nachhaltiges und rentables landwirtschaftliches Modell zu etablieren, das auch als Vorbild für andere Regionen dienen kann.
Lesen Sie nun das vollständige Interview, um noch besser zu verstehen, wie dieses Projekt die Himbeerproduktion verändert und wie es die Landwirtschaft von morgen neu definieren kann.
Herausforderungen beim Übergang zu einer regenerativen Landwirtschaft
Trotz ihrer zahlreichen Vorteile und der Probleme, die sie lösen kann, bleibt die regenerative Landwirtschaft schwer umzusetzen, da die klimatischen und ökonomischen Herausforderungen sowie der Widerstand der Erzeuger diese Umstellung auf nachhaltigere Methoden ausbremsen. Die Agrarökologie benötigt viel Zeit, um die neuen Methoden zu testen, einzuführen und umzusetzen. Dafür sind auch Investitions- und Risikobereitschaft gefragt, was den Erzeugern einige Mühen abverlangt. Doch genau hier kommt die Kooperation ins Spiel. Gemeinsame Anstrengungen im Hinblick auf die Umsetzung agrarökologischer Praktiken sind unerlässlich, damit der Wandel stattfinden kann. Doch auf sich allein gestellt können sich die Erzeuger solche Projekte schlichtweg nicht leisten.
Daher stellen sich Les Vergers Boiron in den Dienst des landwirtschaftlichen Wandels und bieten an, die Erzeuger auf diesem Weg zu begleiten. Die enge Zusammenarbeit und die langfristigen Einkaufsverträge sind die Hebel, um die Einkünfte der Erzeuger zu stabilisieren und gleichzeitig die Produktionsqualität aufrechtzuerhalten.
Neben der Himbeerproduktion in Serbien unterstützen wir auch die Mangoproduktion in Indien sowie unsere eigenen Erzeuger von Cassis, weißen Pfirsichen und Birnen in Frankreich.
« Wir müssen bescheiden bleiben und unseren Lieferanten Gehör schenken. Jeder Erzeuger, jede Parzelle unterliegt unterschiedlichen Bedingungen, die auch unterschiedliche Ansätze erfordern. Es handelt sich dabei also um eine langwierige Arbeit. »
Guillemette d’Anterroches, Agrareinkäufer